Teleprompter

Teleprompter App auf dem Handy benutzen – vom Skript zum ersten natürlichen Take

Skript vorbereiten, den passenden Scroll-Modus wählen, Tempo und Textgröße einstellen und den ersten Take aufnehmen – Schritt für Schritt erklärt.

Cameratel-Team 7 Min. Lesezeit Aktualisiert:
In diesem Ratgeber
  1. Was eine Teleprompter App macht – und warum der Text unter die Linse gehört
  2. Schritt 1: Das Skript teleprompter-tauglich machen
  3. Schritt 2: Den passenden Scroll-Modus wählen
  4. Schritt 3: Tempo, Textgröße und Breite einstellen
  5. Schritt 4: Abstand, Höhe und Bildausschnitt
  6. Schritt 5: Proben, aufnehmen, auswerten
  7. 5 Anfängerfehler – und wie du sie vermeidest

Eine Teleprompter App zeigt dein Skript direkt unter der Frontkamera an, damit du ablesen kannst und trotzdem in die Linse schaust. Die Kurzfassung: Bring dein Skript in kurze Zeilen, wähle einen Scroll-Modus, stell Tempo und Textgröße ein, platziere das Handy auf Augenhöhe, mach einen Probelauf – und nimm dann auf. Mit dieser Anleitung schaffst du deinen ersten brauchbaren Take in etwa zehn Minuten, auch wenn du noch nie mit einem Teleprompter auf dem Handy gearbeitet hast.

Was eine Teleprompter App macht – und warum der Text unter die Linse gehört

Im Fernsehstudio sitzt der Teleprompter als schräge Glasscheibe direkt vor dem Objektiv. Die Moderatorin liest den Text und schaut dabei trotzdem genau in die Kamera. Auf dem Handy gibt es keine Glasscheibe, deshalb kommt es auf die Position an: Je weiter der Text von der Linse entfernt ist, desto deutlicher sehen deine Zuschauer, dass deine Augen nach unten wandern.

Darum sollte der Text ganz oben am Bildschirm laufen, direkt unter der Frontkamera. Genau so ist Cameratel aufgebaut: Im PROMPTER-Modus scrollt dein Skript oben am Display, nur knapp unter der Linse. Dein Blick bleibt so nah an der Kamera, dass er für Zuschauer wie direkter Blickkontakt wirkt.

Schritt 1: Das Skript teleprompter-tauglich machen

Ein Text, der auf Papier gut aussieht, liest sich am Teleprompter oft holprig. Bereite ihn deshalb kurz vor:

  • Kurze Zeilen: ein Gedanke pro Zeile. Lieber zwei kurze Sätze als einer mit drei Kommas.
  • Gesprochene Sprache: „Wir prüfen das“ statt „Es erfolgt eine Prüfung“. Abkürzungen schreibst du aus, also „zum Beispiel“ statt „z. B.“.
  • Zahlen so, wie du sie sagst: „etwa ein Drittel“ liest sich flüssiger als „ca. 33 %“.
  • Atempausen markieren: Mit dem Marker [pause] setzt du eine kurze Pause an Stellen, an denen ein Satz wirken soll.
  • Abschnitte anlegen: Eine Zeile, die mit # beginnt, wird zur Abschnittsüberschrift. So behältst du auch in längeren Skripten den Überblick.

So sieht ein vorbereitetes Skript aus:

# Einstieg
Du nimmst ein Video auf
und schaust ständig aufs Display?
[pause]
Dann probier heute etwas anderes.

# Tipp
Stell dein Handy auf Augenhöhe.
Lies den Text oben am Bildschirm,
direkt unter der Kamera.
[pause]
So bleibt dein Blick bei deinem Publikum.

# Abschluss
Speichere dir das Video
und teste es beim nächsten Dreh.

In der Skriptliste siehst du außerdem die Wortzahl und die geschätzte Dauer. Das hilft, wenn ein Reel unter einer Minute bleiben soll.

Schritt 2: Den passenden Scroll-Modus wählen

Wie sich der Text bewegt, entscheidet darüber, ob du entspannt sprichst oder dem Text hinterherhetzt. Cameratel bietet vier Scroll-Modi:

ModusSo funktioniert erPasst gut zu
AutomatischDer Text läuft mit einem gleichmäßigen Tempo, das du festlegst.geübten Sprechern, ruhigen Erklärvideos, lauter Umgebung
Folgt der StimmeDie App hört zu und folgt den Wörtern, die du tatsächlich sagst.Einsteigern, lockerem Sprechen, Improvisieren
Beim SprechenDer Text bewegt sich nur, während du redest, und hält an, wenn du still bist.Demos, bei denen du zwischendurch etwas zeigst
ManuellDu scrollst selbst – per Finger, Tastatur oder Bluetooth-Fernbedienung.Präsentationen, oder wenn jemand anderes für dich weiterscrollt

Für den Anfang ist „Folgt der Stimme“ meist die angenehmste Wahl: Du kannst kurz innehalten, einen Satz umformulieren oder eine Zeile überspringen, und der Text wartet auf dich oder holt auf. Wie das funktioniert und wann ein anderer Modus besser passt, erklärt der Ratgeber zum Teleprompter mit Spracherkennung.

Schritt 3: Tempo, Textgröße und Breite einstellen

Drei Einstellungen machen den größten Unterschied:

  1. Textgröße: so groß, dass du den Text aus deiner Aufnahmeposition mühelos liest – aber nicht größer. Riesige Schrift bedeutet weniger Wörter pro Zeile und mehr Scrollen.
  2. Breite: Stell die Textspalte eher schmal ein. Je schmaler sie ist, desto weniger wandern deine Augen von links nach rechts – und genau diese Bewegung verrät das Ablesen.
  3. Tempo: Im Modus „Automatisch“ startest du lieber etwas zu langsam als zu schnell. Als Faustregel spricht man im Deutschen locker etwa 120 bis 140 Wörter pro Minute, bei Erklärungen eher weniger. Eine Tabelle nach Videotyp findest du im Artikel über das Sprechtempo in Wörtern pro Minute.

Zusätzlich hilft die Leselinie, die deinen Blick auf einer Höhe hält, und die Option Gesprochene Wörter abdunkeln, damit du immer siehst, wo du gerade bist. Mit dem Texthintergrund dunkelst du das Bild hinter dem Text ab, sodass er auch bei hellem Licht gut lesbar bleibt. Textfarbe, Schrift, Zeilenabstand und Ausrichtung passt du nach Geschmack an.

Schritt 4: Abstand, Höhe und Bildausschnitt

Stell das Handy so auf, dass die Linse auf Höhe deiner Augen ist. Liegt sie tiefer, schaust du auf dein Publikum herab; liegt sie höher, wirkst du kleiner, als du bist. Ein günstiges Stativ, eine Klemmhalterung oder ein Stapel Bücher reichen völlig.

Beim Abstand ist etwa eine Armlänge ein guter Start. Je weiter das Handy entfernt ist, desto kleiner wird der Winkel zwischen Text und Linse – deine Augenbewegungen fallen dann weniger auf. Dafür muss die Schrift etwas größer sein. Probier zwei, drei Abstände aus und vergleiche die Aufnahmen.

Beim Bildausschnitt gilt: Augen ungefähr im oberen Drittel des Bildes, über dem Kopf eine Handbreit Luft. Für Reels, TikTok und Shorts nimmst du im Hochformat 9:16 auf, für YouTube im Querformat 16:9.

Schritt 5: Proben, aufnehmen, auswerten

So läuft dein erster Take ab:

  1. Probelauf ohne Aufnahme: Tippe im Prompter auf ▶ und lies das Skript einmal laut, ohne auf Aufnahme zu tippen. Stolperst du über ein Wort, änderst du es im Skript, statt es dir zu merken.
  2. Countdown einschalten: Drei Sekunden reichen, um die Schultern zu lockern und einmal zu lächeln.
  3. „Scrollen mit der Aufnahme starten“ aktivieren: Dann beginnt der Text genau mit dem Take.
  4. „Aufnahme am Skriptende beenden“ nutzen: Die Aufnahme stoppt nach der letzten Zeile von selbst, du musst nicht zum Handy greifen.
  5. Aufnehmen: Starte per Tippen, mit den Lautstärketasten oder einer Bluetooth-Fernbedienung.
  6. Take-Bericht lesen: Nach jedem Take zeigt dir Cameratel die Dauer, dein Sprechtempo in Wörtern pro Minute, einen Blickkontakt-Wert und wie viel vom Skript du geschafft hast.

Der Take-Bericht ist dein ehrlicher Spiegel. Liegt das Tempo deutlich über deinem Plan, nimm die Geschwindigkeit zurück oder setz mehr [pause]-Marker. Ist der Blickkontakt-Wert niedrig, mach die Textspalte schmaler oder rück das Handy etwas weiter weg. Musst du mittendrin unterbrechen, pausierst du die Aufnahme und setzt sie später fort – am Ende bleibt es eine durchgehende Videodatei.

5 Anfängerfehler – und wie du sie vermeidest

  • Zu hohes Tempo: Wer nervös ist, spricht schneller. Stell das Tempo lieber zu langsam ein – oder nutze „Folgt der Stimme“, dann passt sich der Text dir an.
  • Zu breite Textspalte: Wenn deine Augen hin- und herwandern, sieht man das Ablesen sofort.
  • Monotone Stimme: Ein Teleprompter verführt zum Vorlesen. Betone pro Satz bewusst ein Wort und lächle an den Stellen, an denen du eine Pause gesetzt hast.
  • Handy zu tief: Die Perspektive von unten ist selten schmeichelhaft und zieht deinen Blick nach unten.
  • Ohne Probe aufnehmen: Ein kurzer Probelauf erspart dir viele Wiederholungen.

Weitere Tricks gegen den typischen Ablese-Blick findest du im Artikel Text ablesen vor der Kamera, ohne dass es auffällt. Und wenn du sehen willst, was die Kamera im Detail kann, wirf einen Blick auf die Teleprompter-Kamera.

Häufige Fragen

Funktioniert eine Teleprompter App auch mit der Frontkamera?

Ja, genau dafür ist sie gemacht. Der Text läuft oben am Bildschirm direkt unter der Frontkamera, sodass dein Blick beim Lesen nah an der Linse bleibt.

Welcher Scroll-Modus ist für Anfänger am besten?

„Folgt der Stimme“ ist für die meisten der einfachste Einstieg, weil sich der Text deinem Tempo anpasst. In einem lauten Raum ist „Automatisch“ mit etwas langsamerer Geschwindigkeit die verlässlichere Wahl.

Brauche ich für den Teleprompter auf dem Handy Zubehör?

Nicht zwingend. Ein stabiler Halt für das Handy – ein kleines Stativ oder ein Bücherstapel – reicht. Ein Ansteckmikrofon und eine Bluetooth-Fernbedienung sind nützlich, aber kein Muss.

Wie schnell klingt man mit Teleprompter natürlich?

Meist schon nach wenigen Probedurchläufen. Wer eine Woche lang täglich ein kurzes Video aufnimmt, merkt in der Regel deutlich, wie das Ablesen lockerer wird.