Aufnahme

Das richtige Videoformat und die besten Einstellungen für jede Plattform

Seitenverhältnis pro Plattform, Auflösung und Speicherplatz, Bildraten und ihr Look, Codecs und Kompatibilität – plus sichere Zonen für Untertitel.

Cameratel-Team 7 Min. Lesezeit Aktualisiert:
In diesem Ratgeber
  1. Videoformat pro Plattform
  2. 4K, Full HD oder HD?
  3. 24, 30 oder 60 fps: Welcher Look passt?
  4. HEVC oder H.264?
  5. Stabilisierung: Wann sie hilft
  6. Sichere Zonen für Untertitel und Text
  7. Empfohlene Einstellungen auf einen Blick

Die kurze Antwort: Das beste Videoformat für Reels, TikTok und YouTube Shorts ist das Hochformat 9:16 in Full HD (1080 × 1920 Pixel) mit 30 Bildern pro Sekunde. Für YouTube nimmst du das Querformat 16:9 in Full HD oder 4K. Für Feed-Beiträge auf Instagram, Facebook oder LinkedIn passen 4:5 oder 1:1. Bei der Bildrate gilt: 30 fps für Gespräche, 60 fps für viel Bewegung, 24 fps für einen filmischen Look. Wie du die richtigen Video-Einstellungen für deinen Zweck findest, liest du hier im Detail.

Videoformat pro Plattform

Plattform und PlatzierungSeitenverhältnisPixel in Full HDHinweis
Instagram Reels, Stories9:161080 × 1920Bedienelemente unten und rechts
TikTok9:161080 × 1920Beschreibung und Buttons überlagern den unteren Bereich
YouTube Shorts9:161080 × 1920im Hochformat filmen
YouTube (normale Videos)16:91920 × 10804K ist möglich: 3840 × 2160
Instagram- und Facebook-Feed4:51080 × 1350nimmt im Feed am meisten Fläche ein
Feed allgemein, LinkedIn1:11080 × 1080wirkt im Hoch- und Querformat ordentlich
Online-Kurse, Präsentationen16:91920 × 1080passt zu Laptop, Beamer und Lernplattform

Wenn du dasselbe Video auf mehreren Plattformen nutzen willst, entscheide dich für das Format der wichtigsten. Ein 9:16-Video lässt sich nicht verlustfrei in 16:9 verwandeln – oben und unten fehlt dann einfach Bild. Cameratel nimmt in allen vier Formaten auf: 9:16, 16:9, 1:1 und 4:5.

4K, Full HD oder HD?

Full HD (1080p) ist der beste Standard für Social Media. Die Plattformen komprimieren Videos ohnehin, und auf einem Handydisplay siehst du kaum einen Unterschied zu 4K.

4K (2160p) hat viermal so viele Pixel wie Full HD. Das lohnt sich in drei Fällen: wenn du für YouTube filmst und Zuschauer auf großen Bildschirmen schauen, wenn du später einen Ausschnitt vergrößern willst, oder wenn du das Material länger archivierst. Der Preis: deutlich größere Dateien, längere Exporte und ein Handy, das schneller warm wird.

HD (720p) reicht für schnelle Entwürfe, interne Videos oder wenn der Speicher knapp ist. Für veröffentlichte Videos ist es heute keine gute Wahl mehr.

Eine einfache Faustregel für den Speicher: Bevor du ein langes Video in 4K aufnimmst, schau nach, wie viel Platz frei ist. Nichts ist ärgerlicher als ein Take, der nach sieben Minuten wegen vollem Speicher abbricht.

24, 30 oder 60 fps: Welcher Look passt?

Die Bildrate gibt an, wie viele Einzelbilder pro Sekunde aufgenommen werden. Sie beeinflusst, wie Bewegung wirkt.

BildrateWirkungWann sinnvoll
24 fpsfilmisch, leicht verwischte BewegungenStorytelling, Imagevideos, ruhige Szenen
30 fpsnatürlich, wie Fernsehen und Social MediaTalking Head, Tutorials, Reels – der Standard
60 fpssehr flüssig, scharfe BewegungenSport, schnelle Handgriffe, Zeitlupe im Schnitt

Für Videos, in denen du in die Kamera sprichst, sind 30 fps fast immer die richtige Wahl. 60 fps brauchen mehr Licht, weil jedes Einzelbild kürzer belichtet wird – in einer dämmrigen Wohnung wird das Bild schneller verrauscht. Bleib innerhalb eines Projekts bei einer Bildrate, damit der Schnitt keine Ruckler erzeugt.

HEVC oder H.264?

Der Codec bestimmt, wie das Video komprimiert wird.

  • HEVC (H.265) erzeugt bei gleicher Qualität deutlich kleinere Dateien. Ideal, wenn du viel filmst, in 4K aufnimmst oder wenig Speicher hast.
  • H.264 ist älter, die Dateien sind größer, aber es läuft praktisch überall: auf älteren Windows-PCs, in vielen Schnittprogrammen, auf Smart-TVs und in Browsern.

Die großen Plattformen nehmen beide Formate an. Probleme gibt es eher, wenn du die Datei per E-Mail an jemanden schickst, der sie auf einem älteren Rechner öffnen will, oder wenn ein Schnittprogramm HEVC nicht unterstützt. Im Zweifel: H.264.

Stabilisierung: Wann sie hilft

Die Bildstabilisierung gleicht Wackler aus, indem sie das Bild minimal beschneidet und verschiebt. Sie lohnt sich, wenn du das Handy in der Hand hältst oder beim Gehen filmst. Steht das Handy fest auf einem Stativ, brauchst du sie nicht unbedingt – dann behältst du den vollen Bildausschnitt.

Ein zweiter Helfer für ein ruhiges Bild ist das Raster. Blende es ein, um Türrahmen, Regale und Fensterkanten gerade auszurichten. Schiefe Linien im Hintergrund fallen im fertigen Video stärker auf, als man beim Filmen denkt.

Sichere Zonen für Untertitel und Text

Im Hochformat überlagern die Apps einen großen Teil des Bildes: unten Beschreibung, Profilname und Musik, rechts die Buttons für Like, Kommentar und Teilen, oben Hinweise und Profilbild. Was dort liegt, sieht niemand.

Als Faustregel gilt im 9:16-Format:

  • das untere Fünftel frei von wichtigen Texten halten,
  • am rechten Rand etwas Abstand lassen,
  • oben einen schmalen Streifen freilassen,
  • Gesicht und Untertitel im mittleren Bereich platzieren.

Untertitel sitzen idealerweise knapp unter dem Kinn, oberhalb der Beschreibung. Wie Untertitel als Datei oder eingebrannt funktionieren, erklärt der Ratgeber zur SRT-Datei. Passende Skripte für Kurzvideos findest du in den Skript-Vorlagen für Reels, TikTok und Shorts.

Empfohlene Einstellungen auf einen Blick

  1. Reels, TikTok, Shorts: 9:16, Full HD, 30 fps, HEVC oder H.264, Untertitel eingebrannt.
  2. YouTube-Video: 16:9, Full HD oder 4K, 30 fps (24 fps für einen filmischen Look), SRT-Datei als Untertitel.
  3. Instagram- oder Facebook-Feed: 4:5 oder 1:1, Full HD, 30 fps.
  4. Online-Kurs: 16:9, Full HD, 30 fps, H.264 für maximale Kompatibilität mit Lernplattformen.
  5. Bewerbungsvideo: 16:9 oder das Format, das der Arbeitgeber vorgibt, Full HD, 30 fps, H.264.
  6. Produktdetail mit viel Bewegung: 60 fps mit der Rückkamera und viel Licht.

Alle diese Werte stellst du in Cameratel direkt vor der Aufnahme ein: HD, Full HD oder 4K, 24, 30 oder 60 fps, H.264 oder HEVC, dazu Stabilisierung und Raster. Wie du dabei Kamera, Halterung und Licht richtig vorbereitest, zeigt die Anleitung sich selbst filmen mit dem Handy. Einen Überblick über alle Aufnahmefunktionen bekommst du auf der Seite zur Teleprompter-Kamera.

Häufige Fragen

Welches Format hat ein Instagram Reel?

Reels sind hochkant im Format 9:16, in Full HD also 1080 × 1920 Pixel. Wichtige Inhalte gehören in die Bildmitte, weil oben und unten Bedienelemente liegen.

Lohnt sich 4K für TikTok und Reels?

Meist nicht, weil die Plattformen Videos stark komprimieren und auf dem Handy angesehen werden. 4K lohnt sich, wenn du später zuschneiden oder auf YouTube veröffentlichen willst.

Warum lässt sich mein Video am PC nicht abspielen?

Oft liegt es am Codec HEVC, den manche ältere Rechner oder Programme nicht ohne Weiteres abspielen. Nimm für solche Fälle in H.264 auf – das läuft praktisch überall.

Sind 60 fps besser als 30 fps?

Nicht automatisch. 60 fps machen Bewegungen flüssiger, brauchen aber mehr Licht und Speicher. Für Talking-Head-Videos reichen 30 fps völlig.